Staatsbürgerschaft Österreich
http://www.wien.gv.at/ma61/rtf/pruefungland.rtf Lehrnunterlage Lernunterlage für die Prüfung über die Wiener Landesgeschichte Ein Service der Magistratsabteilung 61 Standesämter und Staatsbürgerschaft INHALTSVERZEICHNIS VorwortSeite 3 Die Geschichte WiensSeite 4 Wiener GemeindebezirkeSeite 6 Sonderstellung von WienSeite 7 Symbol der Hauptstadt Wien Das WappenSeite 8 Wien als GemeindeSeite 9 Wien in der Zwischenkriegszeit Seite 10 NS-Regime, Befreiung, Besatzungszeit, Staatsvertrag Seite 12 Das Schloss SchönbrunnSeite 14 Der StephansdomSeite 16 Der PraterSeite 17 Die DonauinselSeite 18 Wiener WasserSeite 19 Medizinische VersorgungSeite 20 Öffentlicher VerkehrSeite 20 Wien als Sitz internationaler OrganisationenSeite 22 Liebe Wienerin, lieber Wiener! Seit einiger Zeit leben Sie bereits in Wien und haben in unserer schönen Stadt Ihre neue Heimat gefunden. Nun haben Sie bei der Magistratsabteilung 61 Standesämter und Staatsbürgerschaft einen Antrag auf Verleihung der österreichischen Staatsbürgerschaft ge-stellt. Das Staatsbürgerschaftsgesetz setzt unter anderem Kenntnisse der Geschichte des Bundes-landes, in dem sie leben, voraus. Wir haben deshalb für Sie diese Broschüre vorbereitet, die Ihnen als Lernunterlage dienen soll. Damit möchten wir Ihnen die Geschichte Wiens und seine Besonderheiten näher brin-gen und Ihr Interesse an der Bundeshauptstadt wecken. Die gesamte Prüfung besteht aus 18 Fragen mit jeweils drei Antwortmöglichkeiten, 6 davon aus dieser Broschüre über Wien. Die restlichen 12 Fragen finden Sie in der Bro-schüre des Bundes. Die Prüfung gilt als Bestanden, wenn in jedem Prüfungsgebiet zumindest drei Fragen richtig beantwortet wurden (insgesamt 9) , oder in allen Prüfungsgebieten in Summe zumindest zwei Drittel (insgesamt 12) der Fragen richtig beantwortet wurden. Alle bei der Prüfung möglichen Fragen über Wien finden Sie in diesem Skriptum. So können Sie Ihr Wissen testen und sich auf die Prüfung vorbereiten. Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lernen, eine erfolgreiche Prüfung und alles Gute auf Ihrem Weg zur österreichischen Staatsbürgerschaft! Ihr MA 61-Team DIE GESCHICHTE DER STADT WIEN Wien entstand an einem Kreuzungspunkt alter Verkehrswege (Bernsteinstraße und Donau) südlich der Donau, zwischen den Alpen und dem Wiener Becken. Im 1. Jahrhundert nach Christus legten die Römer ein Militärlager an. Wien hieß damals Vindobona. Noch heute erinnern Überreste an vielen Stellen der Wiener Innenstadt an die Römerzeit. So wurde auf der Freyung ein schmaler Streifen einer Römerstraße freigelegt, am Hohen Markt wurden römi-sche Fundamente gefunden, die besichtigt werden können. Die berühmte Einkaufsstraße mit dem Namen Graben im 1. Wiener Gemeindebezirk erinnert an den römischen Befestigungsgraben des Militärlagers. Die Stadt Wien erstreckte sich früher nur auf das Gebiet des jetzigen 1. Bezirkes, der so genannten Inneren Stadt. Die Innere Stadt ist der Kern Wiens und es befinden sich dort zum Beispiel der Ste-phansdom, das Alte Rathaus und die Hofburg. Im 13. Jahrhundert (genau: im Jahr 1221) wurde das Stadtrecht von Wien erstmals in einer Ur-kunde schriftlich festgelegt. Ab 1850 wurde das Gebiet von Wien vergrößert. Das gesamte Stadtge-biet wurde in Bezirke eingeteilt. Die Aufteilung in Bezirke hat sich seither oft verändert. Das heutige Stadtgebiet mit seinen 23 Bezirken besteht seit 1954. Heute erstreckt sich das Stadtgebiet auf beide Seiten der Donau. Außerdem sind große Teile Wiens Grünland und werden landwirtschaftlich genutzt. Seit rund 2000 Jahren gibt es Weingärten in und um Wien. Wien ist noch heute berühmt für seinen Wein und seine Heurigen. Die Stadt Wien hat ihren Namen vom Wienfluss. Der Fluss Wien, auch genannt Wienfluss, ent-springt im westlichen Wienerwald und mündet bei der Urania in den Donaukanal. Er hat eine Länge von 32 km. Die Innere Stadt von Wien (der 1. Bezirk) wurde im Dezember 2001 von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Bereits 1996 wurde das Schloss Schönbrunn in diese Liste aufgenommen. Fragen: Wo entstand das historische Wien? Die ersten Siedlungen Wiens gehen auf die römische Antike zurück. Wie hieß das im 1. Jahr-hundert n. Chr. angelegte römische Militärlager? Woran erinnert die berühmte Einkaufsstraße mit dem Namen Graben im 1. Wiener Gemein-debezirk? Wann wurde das Stadtrecht von Wien erstmals in einer Urkunde schriftlich festgelegt? Wie heißt der erste Bezirk? Welcher Fluss gab der Stadt Wien ihren Namen? Welche Teile Wiens gehören zum Weltkulturerbe? WIENER GEMEINDEBEZIRKE Die Stadt Wien erstreckte sich früher nur auf das Gebiet des jetzigen 1. Bezirkes (der so genannten Inneren Stadt). Ab 1850 wurde das Gebiet von Wien oft vergrößert. Das gesamte Stadtgebiet wurde in Bezirke eingeteilt. Die Aufteilung in Bezirke hat sich seither oft verändert. Das heutige Stadtgebiet mit seinen 23 Bezirken besteht seit 1954. 21. 18. 20. 17. 22. 14. 9. 16. 2. 8.1. 7. 15. 6.3. 5.4. 13.12. 10. 11. 23. 1. Innere Stadt 9. Alsergrund17. Hernals 2. Leopoldstadt10. Favoriten18. Währing 3. Landstraße11. Simmering19. Döbling 4. Wieden12. Meidling20. Brigittenau 5. Margareten13. Hietzing21. Floridsdorf 6. Mariahilf14. Penzing22. Donaustadt 7. Neubau15. Rudolfsheim-Fünfhaus23. Liesing 8. Josefstadt16. Ottakring Fragen: Aus wie vielen Bezirken besteht Wien seit 1954? Über welches Gebiet erstreckte sich die Stadt Wien vor 1850? SONDERSTELLUNG VON WIEN Österreich besteht aus neun Bundesländern. Eines dieser Bundesländer ist das Land Wien. Wien unterscheidet sich von den anderen Bundesländern und ist besonders, weil es gleichzeitig auch die größte österreichische Gemeinde ist. Wien ist auch die Hauptstadt von Österreich. Bis nach dem 1. Weltkrieg war Wien die Landeshauptstadt von Niederösterreich. 1922 wurde Wien ein eigenes Bundesland. Wien ist gleichzeitig eine Stadt und ein Bundesland, daher ist der Wiener Bürgermeister gleichzeitig auch Wiener Landeshauptmann. Der Wiener Bürgermeister hat seit 1883 seinen Amtssitz im Wiener Rathaus. Der amtierende Bürgermeister heißt Dr. Michael Häupl. Fragen: Was ist das Besondere an Wien? Was ist der Wiener Bürgermeister gleichzeitig noch? Wo hat der Wiener Bürgermeister seit 1883 seinen Amtssitz? Wie heißt der amtierende Wiener Bürgermeister? DAS SYMBOL DER BUNDESHAUPTSTADT WIEN DAS WAPPEN 1922 wird Wien ein eigenes Bundesland. Jedes Bundesland hat ein eigenes Wappen. Die Farben der Bundeshauptstadt Wien sind rot-weiß. Das Wappen der Bundeshauptstadt Wien stammt bereits aus dem Mittelalter und zeigt ein weißes Kreuz in einem roten Schild. Das Wappen kann auch in Form eines Brustschildes in der Figur eines schwarzen Adlers verwen-det werden, aber nur Organe der Stadt Wien dürfen diese Form des Wappens verwenden. © Amt der Wiener Landesregierung Frage: Welches Wappen gehört der Stadt Wien? WIEN ALS GEMEINDE Jede Gemeinde in Österreich hat einen Gemeinderat. Der Gemeinderat wird demokratisch gewählt. In Wien dürfen österreichische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger, die ihren Hauptwohnsitz in Wien haben, den Gemeinderat wählen. Den Wiener Gemeinderat gibt es in dieser Form seit 1848. Frauen erhielten in Österreich 1918 das Wahlrecht. Im Mai 1919 wurde der Wiener Gemeinderat erstmals nach dem allgemeinen Wahlrecht für Frauen und Männer gewählt. Der Gemeinderat besteht aus 100 Frauen und Männern (=Gemeinderätinnen und Gemeinderäte). Die Gemeinderätinnen und Gemeinderäte des Wiener Gemeinderates sind gleichzeitig auch Abge-ordnete zum Wiener Landtag. Die meisten Sitzungen des Gemeinderates und des Landtages sind öffentlich, das heißt, jede inte-ressierte Person darf zuhören und zusehen. Derzeit sind im Gemeinderat 4 politische Parteien vertreten: Die SPÖ Wien, die ÖVP Wien, die Grünen Wien und die FPÖ Wien. Die SPÖ Wien ist derzeit die stärkste Partei im Gemeinderat Fragen: Aus wie vielen Gemeinderätinnen und Gemeinderäten besteht der Wiener Gemeinderat? Wer darf bei den Sitzungen des Wiener Gemeinderates zusehen und zuhören? Welche politischen Parteien sind derzeit im Wiener Gemeinderat vertreten? WIEN IN DER ZWISCHENKRIEGSZEIT Nach dem 1. Weltkrieg gab es auch in Wien die typischen Nachkriegsprobleme: Armut, Hunger, Krankheit, Inflation und Arbeitslosigkeit. Hinzu kam aufgrund der speziellen Situation Wiens eine extreme Wohnungsnot. Die sozialdemokratische Stadtregierung entwickelte damals umfangreiche soziale Programme. Im Wien der Zwischenkriegszeit entstand ein Netz von Kindergärten und Kinderhorten, Mutter-beratungsstellen und Schulzahnkliniken. Man kämpfte erfolgreich gegen Seuchen und gegen den Ärzte- und Medikamentenmangel; die zahlreichen Tuberkolose Erkrankungen konnten endlich erfolgreich reduziert werden. Weil so viele Babys damals starben, wurden Gesundheitskontrollen für werdende Mütter einge-führt und jede Mutter erhielt ein kostenloses Säuglingswäschepaket. Die städtischen Gartenanlagen wuchsen von 1921 bis 1932 von knapp 2 auf 3,3 Millionen Qua-dratmeter. Damals entstanden unter anderem der Waldmüllerpark, der Haydnpark, der Währin-gerpark, der Schubertpark, der Kongresspark, der Herderpark, der Wasserpark, der Modena-park und der Wettsteinpark. Das Amalienbad wurde als erstes repräsentatives Volksbad errichtet, dazu das Kongressbad, das Ottakringer Bad, das Stadionbad und insgesamt 23 Kinderfreibäder. Außerdem wurde eine Reihe von Sportplätzen errichtet, darunter auch das Praterstadion. Aber auch Kindergärten, Bibliotheken und Theater wurden in Wien geschaffen. Viele Menschen hatten nur sehr schlechte oder gar keine Wohnungen. Die Gemeinde Wien baute daher zwischen 1920 und 1934 große Wohnhausanlagen mit rund 65.000 neuen Wohnungen (=Gemeindewohnungen). Diese Wohnungen waren preiswert und jede Gemeindewohnung hatte ein Vorzimmer, fließendes Wasser und ein WC. Das war für die meisten Menschen, die solche Gemeindewohnungen beka-men, eine wesentliche Verbesserung zu den Umständen, unter denen sie vorher wohnen mussten. In vielen dieser Wohnhausanlagen gab es allgemeine Waschküchen, Kindergärten, Kinderfreibäder, Spielplätze, Gärten, Büchereien und Geschäfte. Derzeit gibt es ca. 220.000 Gemeindewohnungen. Sie werden heute von Wiener Wohnen verwaltet und vermietet. Jährlich werden rund 5 000 geförderte Wohnungen von der Stadt Wien errichtet. Soziales und menschenwürdiges Leben in Wien war kein Privileg der reichen Menschen mehr, son-dern wurde für alle möglich und erschwinglich. Damals hatte die Sozialdemokratische Arbeiterpartei die Mehrheit im Gemeinderat. Da alle diese sozialen Reformen und Maßnahmen auf diese Partei zurückgehen, spricht man seither vom Roten Wien. Fragen: Wie heißen die Wohnungen, die von der Stadt Wien gebaut wurden und von Wiener Wohnen vermietet werden? Was war das Besondere an den Gemeindewohnungen, die in der Zwischenkriegszeit errichtet wurden? Wie viele Wohnungen wurden von 1920 bis 1934 von der Stadt Wien gebaut? Woher kommt der Begriff Gemeindewohnung? Was meint man, wenn man vom Roten Wien spricht? NS REGIME, BEFREIUNG, BESATZUNGSZEIT, STAATSVERTRAG Ab 1942 bildeten sich in Österreich bewaffnete Widerstandsgruppen gegen das Nationalsozialisti-sche (NS) Regime. Die größte dieser Widerstandsgruppen war die Gruppe 05, deren Zeichen noch heute am Stephansdom zu sehen ist. Die Befreiung Österreichs vom NS-Regime erfolgte schließlich 1945 durch die Streitkräfte der vier alliierten Mächte. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde ganz Österreich zehn Jahre lang, von 1945 bis 1955, von Solda-ten dieser vier alliierten Mächte besetzt. In Niederösterreich und dem Nordteil Oberösterreichs befanden sich Soldaten der Sowjetunion (Russland). Im Südteil Oberösterreichs und in Salzburg Soldaten der Vereinigten Staaten von Amerika (USA). Das britische Königreich (England) besetzte die Steiermark und Kärnten. Frankreich hatte seine Besatzungszone in Tirol und Vorarlberg. 1945-1955: Die Situation in Wien war weltweit einzigartig. Hier waren alle vier Besatzungsmächte vertreten. Jede Macht hatte ihre eigene Zone in Wien, der erste Bezirk wurde von allen vier Mächten ge-meinsam verwaltet. Als Militärpolizei fuhren ein Amerikaner, ein Brite, ein Russe und ein Franzose in einem Jeep (die Vier im Jeep) durch Wien. Nachdem Österreich zehn Jahre lang, 1945 -1955, von den vier alliierten Mächten besetzt war, konnte 1955 ein Vertrag zwischen Österreich und diesen vier Staaten geschlossen werden: der so genannte Staatsvertrag. Mit dem Staatsvertrag erlangte Österreich seine volle staatliche Eigenständigkeit (Souveränität) wie-der zurück, die vier Besatzungsmächte zogen ihre Soldaten ab. Zur Stärkung der wieder gewonne-nen Unabhängigkeit beschloss Österreich 1955 durch Gesetz seine Neutralität. Unterzeichnet wurde der Staatsvertrag in Wien im Sommerpalast des Prinzen Eugen. Dieser Palast, genannt Schloss Belvedere, befindet sich noch heute im 3. Bezirk (Landstraße) in der Nähe des Südbahnhofs, inmitten eines großen Parks. Das Schloss Belvedere wurde von Johann Lucas von Hildebrandt erbaut. Das Schloss Belvedere besteht aus zwei Gebäuden, dem Oberen und dem Unteren Belvedere. Heute befindet sich die Österreichische Galerie Belvedere im Schloss Belvedere. Dort kann an viele Gemälde anschauen. Fragen: Woran erinnert das Zeichen 05 am Wiener Stephansdom? 1945-1955: Von welcher der 4 alliierten Mächte wurde der erste Wiener Bezirk verwaltet? In welchem bedeutenden Gebäude in Wien wurde 1955 der Staatsvertrag unterzeichnet? In welchem Bezirk befindet sich das Schloss Belvedere, wo der Staatsvertrag unterzeichnet wurde? In welchem Wiener Schloss wurde 1955 der Österreichische Staatsvertrag unterzeichnet? Was befindet sich heute im Schloss Belvedere? DAS SCHLOSS SCHÖNBRUNN Das Schloss Schönbrunn ist eines der bedeutendsten Kulturgüter Österreichs und eine der meist besuchten Sehenswürdigkeiten Wiens. Das Schloss liegt im westlichen Bezirk Hietzing. Der Name des Schlosses geht auf Kaiser Matthias zurück, der hier auf der Jagd einen besonders schönen Brunnen gesehen haben soll. Aus diesem Brunnen wurde der Hof bis zum Bau der Hochquellenwasserleitung versorgt. Im Jahre 1996 wurden das Schloss Schönbrunn und seine Gärten von der UNESCO zum Weltkul-turerbe erklärt. Erzherzogin Maria Theresia lebte von 1717-1780 in Wien. Sie regierte die habsburgischen Länder, zu denen unter anderem die heutigen Länder Österreich, Ungarn, Tschechien, die Slowa-kei, Teile von Polen, Slowenien und Südtirol gehörten. Mit neunzehn Jahren heiratete sie Franz Stephan von Lothringen. Sie bekam sechzehn Kinder, elf Mädchen und fünf Buben. Im Sommer wohnte sie im Wiener Schloss Schönbrunn, im Winter wohnte sie mit ihrer Familie in der Hofburg, im 1. Bezirk. Im Schlosspark von Schönbrunn ließ der Mann Maria Theresias, Kaiser Franz Stephan von Lothrin-gen, einen Tiergarten bauen. Dieser Tiergarten ist der älteste Tiergarten der Welt. Noch heute kommen viele Wienerinnen und Wiener, aber auch Menschen aus aller Welt nach Schönbrunn, um im Park spazieren zu gehen und um das Schloss und den Tiergarten zu besichti-gen. Unter Maria Theresia und ihrem Sohn Josef II wurde die Schulpflicht eingeführt. Alle Kinder muss-ten vom sechsten bis zum zwölften Lebensjahr in die Schule gehen. Davor durften nur reiche Kinder lesen, schreiben und rechnen lernen, weil Privatunterricht viel Geld kostete. Jetzt lernen alle Kinder lesen, schreiben und rechnen. Heute befindet sich zum Andenken an diese Herrscherin zwischen dem Kunsthistorischen und dem Naturhistorischen Museum ein Denkmal Maria Theresias. Auch der berühmte Musiker und Komponist Wolfgang Amadeus Mozart lebte lange Zeit in Wien in der Inneren Stadt. Schon mit 6 Jahren spielte er im Schloss Schönbrunn für Erzherzogin Maria The-resia Klavier. Fragen: Wo wohnte Erzherzogin Maria Theresia im Sommer ? Woher kommt der Name des Schlosses Schönbrunn? Was befindet sich in Schönbrunn? Was befindet sich zwischen dem Naturhistorischen und dem Kunsthistorischen Museum? STEPHANSDOM Im Zentrum von Wien, im 1. Bezirk am Stephansplatz, steht der Stephansdom. Er gilt als Wahrzei-chen der Stadt und wird von den Wienern und Wienerinnen auch liebevoll Steffl genannt. Der Stephansdom ist nicht die älteste, aber die größte Kirche in Wien. Hier hat der Wiener Erzbischof seinen Sitz. Nach dem Jahr 1300 wurde die Kirche so ausgebaut, wie sie heute steht. Der Bau dauerte länger als 200 Jahre. Die Kirche ist aber nie ganz fertig geworden. Der 137 m hohe Südturm wurde 1433 fertig gestellt. Der Stephansdom hatte viele Glocken, die zu bestimmten Anlässen geläutet wurden. Die Ratsglocke rief zu den Sitzungen des Rats, wurde aber auch bei Feueralarm geläutet. Die Bierglocke wurde abends geläutet, wenn die Gasthäuser zusperren mussten. Die größte Glocke, die so genannte Pummerin, wird nur selten, zu ganz besonderen Anlässen ge-läutet, jedenfalls aber immer zu Beginn des Neuen Jahres (Sylvester). Fragen: Wie heißt die größte Glocke des Stephansdoms, die immer zu Beginn des Neuen Jahres (Syl-vester) geläutet wird? Wie wird der Stephansdom von den Wienern und Wienerinnen noch genannt? Wo steht der Stephansdom? DER PRATER Der Wiener Prater ist ein sehr großes öffentliches Erholungsgebiet im 2. Wiener Gemeindebezirk (Leopoldstadt). Wenn man in Wien vom Prater spricht, ist oft auch nur der Volksprater gemeint. Er wird auch Wur-stelprater genannt und ist ein Vergnügungspark mit Geisterbahnen, Karussellen, Spiegelkabinetten und vielen anderen Unterhaltungen. Der Volksprater oder Wurstelprater macht aber nur eine kleine Fläche der gesamten Praterlandschaft aus. Die wohl berühmteste Attraktion des Praters und ebenfalls ein Wahrzeichen Wiens ist das Riesen-rad. Es wurde 1896/1897 anlässlich der Ausstellung Venedig in Wien im Prater errichtet. Im Zwei-ten Weltkrieg wurde das Riesenrad durch Feuer und Bomben zerstört. Nach dem Krieg wurde es wieder aufgebaut. Am höchsten Punkt des Rades befindet man sich cirka 65 Meter über der Stadt und hat so einen schönen Blick auf die Stadt Wien. Der Prater ist auch heute noch ein beliebtes Ausflugs- und Erholungsgebiet. Fragen: Was ist der Prater? Wie heißt der Teil des Praters, der ein Vergnügungspark ist? Welches Wahrzeichen befindet sich im Prater? DIE DONAUINSEL Bis zum Jahr 1870 hatte die Donau eine Vielzahl von Haupt- und Nebenarmen. Bei jedem Hochwas-ser kam es zu Veränderungen des Laufs der Donau. Eine Besiedlung mit Dörfern erfolgte wegen der Hochwassergefahr damals nur am Rande des Auge-bietes. Zwischen 1870 und 1875 gab es die erste Donauregulierung. Es wurde ein 280 Meter breites Mittel-wasserbett und ein 450 Meter breites Überschwemmungsgebiet am linken Ufer geschaffen. 1972 bis 1988 gab es ein weiteres Projekt "Donauhochwasserschutz Wien": Durch den Ausbau eines Hochwasserentlastungsgerinnes innerhalb des Überschwemmungsgebietes entstand die Neue Do-nau. Um 1972 begann die Projektierung der Donauinsel als Hochwasserschutzanlage. Zwischen Neuer Donau und dem bestehenden Flussbett wurde mit Aushubmaterial die Donauinsel geschaffen. Die Stadt Wien beschloss, die Donauinsel als Freizeit- und Erholungsraum für die Wiener und Wiene-rinnen zu gestalten. Im Jahr 1988 wurde die Donauinsel fertig gestellt. Heute wird die Donauinsel zur Erholung aber auch zum Sport genutzt. Sie ist für jedermann kosten-los und frei zugänglich. Es gibt dort auch Badebuchten mit flachen Stränden und Beachvolleyballplätze. Besonders beliebt sind die 16 Grillplätze, die man sich bei der MA 45 reservieren lassen kann. Lager- und Spielwiesen sowie Sportplätze sind ebenfalls vorhanden. Frage: Wozu wurde die Donauinsel ursprünglich errichtet? WIENER WASSER Jahrhunderte lang kam das Wiener Trinkwasser aus Brunnen. Dieses Wasser war oft schmutzig. Viele Menschen wurden davon schwer krank. Daher wurde die erste Hochquellenwasserleitung gebaut und 1873 eröffnet. Sie bringt sauberes und klares Trinkwasser aus den Bergen (Schneeberg, Rax und Schneealpe) nach Wien. Seither ist die Qualität des Trinkwassers für alle Menschen in Wien besonders gut. Zur Eröffnung der 1. Hochquellenwasserleitung wurde der Hochstrahlbrunnen am Schwarzenberg-platz gebaut. Mittlerweile gibt es 2 Hochquellenwasserleitungen, die frisches Trinkwasser in die Stadt Wien brin-gen. Fragen: Welcher Brunnen erinnert noch heute an die Eröffnung der 1. Hochquellenwasserleitung? Wie wird Wien mit Trinkwasser versorgt? MEDIZINISCHE VERSORGUNG Unter Erzherzogin Maria Theresia und Kaiser Joseph II., in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts, wur-den viele Reformen durchgeführt. So wurden unter Joseph II. viele frühere Sozialeinrichtungen wie Spitäler, Waisenhäuser und Armenhäuser neu organisiert. 1784 entstand das Allgemeine Krankenhaus, das in abgeänderter Form noch heute besteht. Hier sollten auch arme Personen, die nicht für die Behandlung bezahlen konnten, die notwendige ärztliche Behandlung bekommen. Auch sollte Müttern in Notlage, die nicht wussten, wie sie sich und ihr Kind durchbringen konnten, geholfen werden. In der Gebäranstalt (Geburtsklinik), die zum Allgemeinen Krankenhaus gehörte, konnten Frauen unter ärztlicher Betreuung ihr Kind anonym zur Welt bringen, das heißt ohne ihren Namen nennen zu müssen. Auch heute ist in einigen Spitälern die anonyme Geburt möglich. Wenn die Mütter nicht in der Lage waren, ihr Kind selbst aufzuziehen, konnten sie es dem Findel-haus zur weiteren Versorgung übergeben. Um zu verhindern, dass Mütter in Notsituationen uner-wünschte neugeborene Babys aussetzen, hat die Stadt Wien die Einrichtung "Babynest Glanzing" geschaffen. Dieses Babynest Glanzing befindet sich im Bereich des Wilhelminenspitals im 16. Bezirk am Flöt-zersteig. Dort kann eine Mutter ihr neugeborenes Kind anonym abgeben, ohne bestraft zu werden. Fragen: Wie heißt das heute noch bestehende Krankenhaus, das 1784 in Wien gegründet wurde und in dem auch arme Personen behandelt wurden? Wo können Mütter in Notsituationen neugeborene Babys anonym abgeben? ÖFFENTLICHER VERKEHR Vieles, das heute von der Stadt Wien geleistet wird, wurde früher von privaten Unternehmen durch-geführt, wie z.B. die Versorgung mit Gas und Strom oder der Betrieb von Straßenbahnen. Die Stadt Wien übernahm diese Einrichtungen um 1900. Nach dem 1. Weltkrieg wurden Teile des innerstädti-schen Bahnnetzes zur Stadtbahn umgebaut. Auf den Linien der ehemaligen Stadtbahn fahren heute die U-Bahnen U4 und U6. In der 1. Ausbauphase der Wiener-U-Bahn (1969-1982) wurde das Grundnetz fertig gestellt. Als ers-te U-Bahn wurde der Teil der U1 zwischen Reumannplatz und Karlsplatz 1978 eröffnet. In der Folge wurden die jeweils fertig gestellten Bauabschnitte in Betrieb genommen, bis am 3. September 1982 das Wiener U-Bahn-Grundnetz, bestehend aus den Linien U1, U2 und U4 fertig gestellt war. Die Streckenlänge des Grundnetzes beträgt ca. 30 km. Die 2. Ausbauphase der Wiener U-Bahn (Baubeginn 1982) umfasst die Linien U3 und U6. Nach Abschluss der 2. Ausbauphase (Dezember 2000) umfasst das U-Bahn-Netz in Wien heute ins-gesamt fünf Linien mit einer Streckenlänge von rund 61 km. In den Schulferien dürfen Kinder bis 15 Jahre kostenlos die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen. Schülerinnen und Schüler sogar bis 19 Jahre. Fragen: Welche war die erste U-Bahn Linie in Wien? Wie viele U-Bahn Linien gibt es in Wien? Bis zu welcher Altersgrenze dürfen Schülerinnen und Schüler auch in den Schulferien kosten-los die öffentlichen Verkehrsmittel in Wien benutzen? WIEN ALS SITZ INTERNATIONALER ORGANISATIONEN Wien ist Sitz verschiedener internationaler Organisationen, wie der UNO, der OPEC und der OSZE. Die Vereinten Nationen heißen auf englisch UNO: United Nations Organization. Die Vereinten Nationen (UNO) wurden 1945, nach dem 2. Weltkrieg, in New York gegründet. Österreich wurde 1955 Mitglied der UNO. Mittlerweile sind fast alle Staaten in der UNO vertreten. Das Ziel der UNO ist die Friedenssicherung, die internationale Zusammenarbeit und die Wahrung der Menschenrechte. Wenn es Konflikte auf der Welt gibt, schickt die UNO Friedenstruppen (Blauhelme) in diese Län-der, um für Ruhe zu sorgen. Die UNO hat viele Unterorganisationen. Die UNIDO (United Nations Industrial Development Organi-zation) und die IAEA (International Atomic Energy Agency) haben ihren Sitz in Wien in der Wie-ner UNO-City. Die UNIDO ist für die industrielle Entwicklung von armen Ländern zuständig. Die IAEA ist für die Kontrolle und friedliche Nutzung von Kernenergie zuständig und hat ih-ren Sitz in der UNO-City im Vienna International Center, im 22. Wiener Gemeindebezirk. Die OPEC ist die Organisation Erdöl exportierender Staaten und wurde 1960 gegründet. Ihr Ziel ist die Koordinierung der Erdölpolitiken in den Förderstaaten, die Stabilisierung der Weltmarktpreise und die Regulierung der Fördermengen. Die OSZE entstand 1995 aus der KSZE. Heute heißt sie Organisation für Sicherheit und Zu-sammenarbeit in Europa und hat ihren Sitz in Wien. Die Mitglieder der OSZE halten Konferenzen ab und versuchen, Konflikte zu lösen. Weitere Ziele der OSZE sind die Wahrung des Friedens und der Menschenrechte, Wahlkontrollen, Wiederaufbau nach Konflikten und die Zusammenarbeit in Umwelt, Technik und Wirtschaft. Fragen: Welche Rolle spielt Wien für die UNO? In welchem Bezirk befindet sich die UNO-City ? Was bedeutet die Abkürzung OSZE ? Was ist das Ziel der OSZE? Wieter Fargekatalog
- Home
- Hann kräht nie
- Sprichwort
- Afgh. Geschichte
- Staatsbürgerschaft Ös
- Gästebuch Nazarat
Banner DE